Zum Inhalt springen

Sonderausstellungen

27. März - 19. Juli 2026

Plakat für die Ausstellung 'Zu Tisch! Das Letzte Abendmahl zwischen Sakrament, Kunst und Kitsch' zeigt einen Kupferstich der Abendmahl Ausstellung in einem Rotton.  Auf dem Plakat steht der Titel der Ausstellung, der Ausstellungszeitraum vom 27. März 2026 bis 19. Juli 2026 und das die Ausstellung im Museum am Dom stattfindet.

Zu Tisch! Das “Letzte Abendmahl” zwischen Sakrament, Kunst und Kitsch

Die Sonderausstellung „Zu Tisch! Das (letzte) Abendmahl zwischen Sakrament, Kunst und Kitsch“ entfaltet das ikonische Motiv als eines der bekanntesten Bildthemen unserer westlichen Kulturgeschichte in all seiner faszinierenden Ambivalenz. Die Schau präsentiert die enorme Spannweite dieses Themas und schlägt eine Brücke von der sakralen Tiefe bis hin zur kuriosen Alltagsästhetik.

Die Reise führt von den theologischen Wurzeln im Sakrament und als Sinnbild für (christliche) Gemeinschaft über meisterhafte und tiefgehende Interpretationen der Hochkunst durch verschiedene Epochen und Kulturen bis hin zur spielerischen, teils bizarr wirkenden Aneignung in der Zeit der Jahrhundertwende bis zur modernen Popkultur. 

Die Besucher*innen sind eingeladen, den schmalen Grat zwischen ehrfürchtiger Verehrung und trivialer Massenware zu erkunden. Erleben Sie, wie das Abendmahl als zeitloses Symbol für Verrat, Hoffnung und Tischgemeinschaft bis heute fasziniert. Eine visuelle Entdeckungsreise für Groß und Klein, die beweist: Dieses Bild ist weit mehr als nur eine biblische Szene – es ist eine Ikone und ein Spiegel unserer Gesellschaft. 

24. April – 31. Mai 2026

Ein Erwachsener hält ein Kind auf dem Arm; das Kind zeigt auf ein Gemälde mit mehreren Figuren in einer Landschaft. Motiv zur Rheinland‑Pfalz‑Triennale „Kunst in Sicht“ in Trier.

Rheinland-Pfalz Triennale: Von Wegen *Migration *Landschaft *die Kartografie des Wandels

Die im Museum am Dom gezeigten Werke widmen sich auf unterschiedlichen Weisen Kartografien und Symbolik. Diese visuellen Systeme erscheinen zwar objektiv, doch sie strukturieren Wahrnehmung und Wissen. Überzeichnete Landschaftsdarstellungen zeigen, dass jede Darstellung stets eine Auswahl trifft, ordnet und gewichtet. Die Welt erscheint hier nicht nur in ihrer Abbildung, sondern wird aktiv geformt: Kartierungen und Darstellungen dienen dazu, Wahrnehmung zu strukturieren, Räume zu erfassen und die Welt in Gefüge zu bringen. Einen Gegenpol bilden im ersten Stockwerk Lichtprojektionen auf graviertes Glas, deren Schatten sich mit frühesten Zeugnissen unserer Kulturgeschichte verbinden. Migration erscheint in dieser Ausstellung als sowohl emotionale wie physische bewegende Norm, die Dauerzustände als Wellenlinien beschreibt. Sie zieht sich durch Raum und Zeit, sichtbar in den Geschichten, Bildern und Objekten, die von stetiger Veränderung, von Ankommen und Weitergehen berichten. Rheinland-Pfalz wird sichtbar als Durchgangsraum, als Ort des Ankommens, Weiterziehens und Neuverortens. Besonders deutlich wird das in der Arbeit „Kameelthier Project“: der Künstler untersucht humorvoll und kritisch die Auswirkungen des Kolonialismus. Ein als orientalisch stereotypisiertes Tier landet dabei als Butterkeksform im deutschen Supermarkt. Die Arbeit zeigt, wie kulturelle Bedeutungen wandern, sich verschieben und in neue Kontexte eingeschrieben werden. Jene Arbeit deutet zudem eine persönliche Migrationsgeschichte an und eröffnet das Thema des Ankommens.

Die Rheinland-Pfalz Triennale im Museum am Dom entfaltet eine Geschichte von Bewegung und Veränderung. Im Zentrum stehen Transformation, Landschaft und die Art und Weise, wie Welt sichtbar gemacht wird. Diese Themen erscheinen nicht als Ausnahmezustände, sondern als Grundbedingungen menschlicher und ökologischer Existenz. Die Skulptur „Kein Brunnen“ zeigt eindrücklich die Folgen von Dürre und lässt im Zusammenhang dieser Ausstellung eine weltweit häufige Migrationsursache deutlich werden.Eine leitende Figur der Präsentation ist mitunter der Zugvogel. Seine Routen, heute sichtbar beeinflusst durch den Klimawandel, fungieren unter anderem als sensible Marker für Verschiebungen in Umwelt und Lebensräumen. So verbindet eine Werkserie diese Perspektive mit den römischen Wasservogelmosaiken aus Trier und bringt unterschiedliche historische Formen des Beobachtens in Beziehung.

Natur und Kultur, Bewegung und Erinnerung, persönliche Biografie und globale Dynamik sind auf der Ausstellungsfläche eng miteinander verbunden. Migration und Transformation können so nicht als Verlust von Stabilität gelesen werden, sondern vielmehr als Möglichkeit, um Wahrnehmung, Zugehörigkeit und Verantwortung neu zu denken. Eine Fensterinstallation von Valentina Jaffé verändert sich mit dem Tageslicht und den vorbeiziehenden Wolken: Farbschichten werden je nach Standpunkt und Zeit in einen neuen und unwiederholbaren Moment ihrer Wahrnehmung gezogen.

seit dem 29. November 2024

Plakat zur Ausstellung

Menschenskinder - Geschlechterrollen im Spiegel der Kunst

Was ist typisch Frau und wann ist ein Mann ein Mann? Welche Bilder kommen Ihnen bei diesen Fragen in den Sinn? Kunstwerke thematisieren bereits seit Jahrhunderten die Vielfalt zwischen männlich und weiblich. Sie spiegeln gesellschaftliche Diskurse über Normen, Machtverhältnisse, Moral und Sexualität wider. Zum einen kann Kunst unsere Idealvorstellungen abbilden, zum anderen aber auch die vermeintlichen Grenzen erweitern, verwischen oder gar sprengen. Menschens-Kinder: das können Frauen sein, die sich in einer patriarchalen Welt behaupten, Männer, die gesellschaftliche Konventionen überwinden, Heilige, die zu queeren Ikonen werden.

In der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin lebt Jesus Offenheit und Toleranz vor. Obwohl er nach den Konventionen seiner Zeit die Frau aus Samarien nicht hätte ansprechen dürfen, ignoriert er alle gesellschaftlichen Schranken. Hier steht der Mensch im Vordergrund, nicht Lebensweise, Herkunft oder Geschlecht.

Lange haben religiöse und kirchliche Sichtweisen, aber auch politische und gesellschaftliche Widerstände dazu geführt, dass trans- und intergeschlechtliche Menschen Ausgrenzung, Leid bis hin zu offener Gewalt erlebt haben. Seit einigen Jahren ist von Seiten der Kirche eine Rückbesinnung auf die Haltung Jesu sowie eine Anerkennung heutiger humanwissenschaftlicher Erkenntnisse festzustellen.

Ausdruck findet diese Haltung beispielsweise im Beschluss des Synodalen Weges vom 10. März 2023: „Die Anerkennung der Vielfalt menschlicher Existenzweisen und Geschlechtsidentitäten gehört zu einem glaubwürdigen Bekenntnis zum Schutz dieser Würde und muss das oberste handlungsleitende Gebot für die Kirche auch im Umgang mit trans- und intergeschlechtlichen Menschen sein.“ (Handlungstext: Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt, S. 13).

Einen Bericht und Fotos über die Ausstellungseröffnung finden Sie hier.